Geständnis des des Jacob Dautel vom Montag, dem 7. August 1514

 

(Übersetzung vom Original von Jürgen Bossert)
Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart liegt unter "Allerhand Befehlen, Berichten und anderen Schreiben betreffend die "Arme Konrads" Aufruhr, und zwar in Ansehung derjenigen, welche in der Stadt und Amt Schorndorf sich derselbigen teilhaftig gemacht, auf welche man nachgehends eine Untersuchung angestellt, deren etliche gefangen und gerichtet, oder mit Geld getrafft worden, etliche sich aber flüchtig gemacht und hernach zum Theile um Gnade gebetten haben. Vom Martio 1514 bis Februar 1515" auch en Bekenntnis der Gefangenen aus der Stadt und dem Amt Schorndorf durch die Marter der Wage, geschehen am Sonntag nach Oswaldi (6. August) 1514" die Assage von Jakob Dautel:

Das Nachfolgende haben am Montag nach Oswaldi bekannt:

Jacob Duttel von Schlechtbach hat ausgesagt, es sei ein Lindentaler, den er nicht kennen würde, von Rudersberg gekommen und hätte berichtet, dass die in Rudersberg sich erhoben hätten und sich dem Haufen anschließen wollten. Er habe denjenigen jedoch nicht persönlich gesehen, da er nicht daheim gewesen sei.

Daraufhin seien sie mit dem ersten Haufen nach Schorndorf gezogen und anschließend hätten sie Hans Lieb nach Rudersberg geschickt.

Nach einer Beratung sei er mit einem, genannt "der Lieb", über den Bach gesprungen und sie hätten gerufen, wer dem "Armen Konrad" oder dem Remstal beistehen wollte, der solle zu ihnen herüberkommen.

Weiter hat er ausgesagt, dass er an den Beratungen (am "Ratschlag") in Geradstetten teilgenommen hätte. Dort hätten sie gefordert, dass der derzeitige Amtmann des Vogtes abgesetzt werden sollte, und dass sie ihren gnädigen Herrn (den Herzog) um einen anderen Amtmann bitten wollten.

Als er wieder nach Hause kam, hätte einer von Rudersberg, genannt "der Vesper", gesagt, dass er das Gericht (das Dorfgericht) nicht mehr anerkennen wolle, denn die vom Gericht seien ihnen in den Rücken gefallen. Er wolle auch keinen Amtmann des Vogtes mehr anerkennen. Er und auch andere hätten gesagt, dass sie den Eid (auf den Tübinger Vertrag) nicht leisten wollten.

Auch sei er mit auf dem Berg (dem Kappelberg bei Beutelsbach) gewesen, wo auch etliche aus dem Uracher Amt bei ihnen gewesen seien. Die Hauptleute hätten dorthin und auch nach Winnenden und Marbach geschrieben gehabt. Auch der Syfferlin von Winnenden sei bei ihnen gewesen.

Ihr Plan sei gewesen, sobald sie stärker geworden wären, nach Waiblingen zu ziehen und es einzunehmen, und dann weiter zu ziehen, um den Herzog und den Adel zu vertreiben, denn sie hätten keine Obrigkeit mehr haben wollen. In Geradstetten hätten auch einige gesagt, dass sie den Forstmeister von Schorndorf totschlagen wollten. Er bekannte auch, dass, wenn der Herzog nicht auf die Schatzung (Vermögenssteuer) verzichten würde, sie ihn als ihren Feind betrachten wollten.

Sie hätten auch in Geradstetten, beschlossen und gemeinsam beschworen, die Schatzung nicht zu bezahlen. Auch hätten einige die Absicht geäußert, dass wenn ihnen Burkhart Fürderer (Landschreiber im herzoglichen Rat, dem auch das Rechnungswesen unterstand) begegnen würde, sie ihn erwürgen würden.

Diese Aussage ist von den sieben anderen bezeugt.

 

 Nachweis Landesarchiv Baden Württemberg

 

 

 

U 4                                                               1514                                                                                               (zu S 126, Anm. 4)

 

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

A 45 Armer Konrad  Büschel 1 a, Lage 51 1

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Todesurteil der Landschaft vom 8. Aug. 1514

 

Zinstag nach Sixti 2 [Dienstag nach Sixtus = 8. August]

 

Michel Schmid, Ludwig Vaßold, Hanß, der Messerschmiden

Tochterman, Hanß Wyß, Jacob Thutt, Hanß Kleesattel,

Tuttel Jacob von Schlechtbach, die all erkennen die

Landschaft [Einfügung:]

nach Verhoirung irer Vergiehen und aller fürgeprachten Handlung ein Urtel:

[in der Zeile weiter:] den Nachrichttern in ir Hannd und Bannd

die uß zu füren und zu inen zu richtten mitt dem Schwertte

inen ir Hobtter ab zu schlachten, damit sie vom Leben zum

Tod gebracht und man witter irer begangnen ubel That

ab und vertragen belyb, und deß Tuttel Jacoben von Schlecht-

bach halb erkene man deß mer das sin Hobt uff den Mittelthurm

gesteckt all da verweßen und belyben laussen sol zu kunftiger

Gedechnuß und ainem Exempel, das annder sich wissen vor

sonnder siner bosen beganngnen ubel That zu verhutten.

 

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1)  Vgl. U 1, Anm. 1 und 2.
2)  Buchstaben- und zeilengetreue Wiedergabe, Großschreibung und Interpunktion
     der heutigen Schreibweise z.T. angeglichen. Bei einigen Buchstaben bleiben
     Zweifel in der Lesart.

 

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